Steuerfrei wetten 2026: Die Werbung entlarvt sich am Wettschein
Stand: 19 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Die Sportwettsteuer ist in Deutschland eine Steuer des Wettanbieters, nicht des Spielenden. Was auf Plakaten und in Werbebannern als „steuerfrei wetten“ oder „0 % Wettsteuer“ verkauft wird, bedeutet in den meisten Fällen nur, dass der Anbieter sie schluckt und über Quoten, Auszahlung oder Einsatz stillschweigend wieder hereinholt. Diese Seite zerlegt, was hinter den Slogans steckt, welche zehn Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzen und in welcher Form sie die Steuer tatsächlich weitergeben.
Die Rechtslage zur Sportwettsteuer
Das Rennwett- und Lotteriegesetz (§§ 16–25 RennwLottG) erhebt seit dem 1. Juli 2012 eine Wettsteuer von 5,3 % auf den Steuermessbetrag. Der Steuermessbetrag ist nach § 17 und § 18 die „Einsatzleistung abzüglich der Wettsteuer selbst“. Wer schuldet sie? Nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Wette, also der Wettanbieter, nicht die Person, die den Tipp abgibt. Die praktische Konsequenz: Wer in Deutschland bei einem Anbieter mit Erlaubnis wettet, hat mit dem Finanzamt nichts zu tun, solange die Wettgewinne aus dem privaten Spielkapital stammen.

Die Steuer heißt im Gesetz Sportwettensteuer, in Werbung und Alltag Wettsteuer. Sie fällt bei jeder einzelnen Wette an, unabhängig davon, ob sie gewinnt oder verliert, ob sie einzeln, als Kombination oder im System gespielt wird. Sie gilt für lizenzierte wie für unlizenzierte Anbieter gleichermaßen; eine gezahlte Steuer belegt keine Erlaubnis.
Die Weitergabe an die Spielenden ist eine unternehmerische Entscheidung. Einige Anbieter ziehen die Steuer vom Einsatz ab, andere reduzieren die angebotene Quote, ein dritter Teil kürzt den Auszahlungsbetrag im Gewinnfall, manche schlucken sie und werben dann genau damit. Jede Variante verändert den ökonomischen Wert einer Wette unterschiedlich — und keine ist für die Person, die wettet, neutral.
Was es in Euro bedeutet
Wer den Rechenweg einmal sehen möchte: Bei einem Einsatz von 100 € und einer angenommenen Auszahlungsquote von 2,00 ergibt sich der Brutto-Rücklauf bei einem Gewinn aus 100 € × 2,00 = 200 €. Davon zogen Buchmacher mit Steuer-Weitergabe in der Vergangenheit 5,03 % ab, weil die Bemessungsgrundlage der Einsatz netto der Steuer ist (5,3 / 105,3 ≈ 5,03 %). Übrig blieben rund 189,94 € Auszahlung. Der Nettogewinn aus Sicht der spielenden Person sinkt entsprechend; nur Anbieter, die die Steuer vollständig tragen, zahlen den vollen Betrag von 200 € aus. Welcher Anbieter zu welcher Kategorie gehört, steht im Abschnitt zu den zehn geprüften Buchmachern.

Werbung mit „0 % Wettsteuer“ im Kontrast
Winamax wirbt im Footer der eigenen Website mit „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Die Aussage stützt sich auf eine Odoxa-Untersuchung zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen April und August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag. Dass eine niedrige Steuerlast allein noch keinen Preisvorteil begründet, zeigt der Blick auf den Quotenschlüssel: Selbst wer die Steuer trägt, kann bei niedrigem Quotenschlüssel schlechter stehen als ein Mitbewerber, der die Steuer weitergibt, dafür aber höhere Quoten setzt. Die ehrliche Lesart: „0 % Wettsteuer“ bedeutet bei Winamax, dass das Unternehmen die Steuer trägt — nicht, dass die Quote auf jedem Markt die beste ist.
Wer in Deutschland legal Sportwetten anbieten darf
Seit dem 1. Juli 2021 liegt die Aufsicht über das gesamte lizenzierte Glücksspiel im Internet bei einer einzigen Behörde: der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale). Sie erteilt die Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV und überwacht die Einhaltung der Vorschriften. Die einzige verlässliche Prüfung, ob ein Anbieter eine deutsche Erlaubnis besitzt, ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV.

Auf der Whitelist mit Stand 2. Oktober 2026 stehen 30 Einträge: 27 Veranstalter mit Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei weitere ausschließlich für Pferdewetten. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain — doch ein .de-Domain allein beweist noch keine Erlaubnis. Eine Erlaubnis wird jeweils für die Domain erteilt, die in der Whitelist steht, und gilt nur dort.
Was die Whitelist zeigt und was nicht
Die GGL listet das Datum der ersten Erlaubnis sowie das Datum einer Folgeerlaubnis, niemals aber ein Enddatum. Das hat einen Grund: Eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre und wird auf Antrag verlängert; solange die Whitelist die Domain ausweist, ist die Erlaubnis aktiv. Wer den Status einer Domain prüfen möchte, sieht dort nach, nicht auf der Seite des Anbieters.

Die Erlaubnis für Sportwetten ist ein eigener Titel. Ein Anbieter kann für virtuelle Automatenspiele, für Online-Poker-Turniere oder für andere Spielformen lizenziert sein, ohne Sportwetten anbieten zu dürfen — und umgekehrt. Wer nur den Footer der eigenen Website mit Lizenz-Hinweisen ausstattet, beweist noch keine Sportwetten-Erlaubnis. Die einzige Quelle ist die Whitelist.
Welche Anbieter stehen auf der Whitelist
Diese zehn Anbieter führen im Oktober 2026 eine Sportwetten-Erlaubnis für die genannte Domain:

- Sportingbet (Sportingbet.de) — Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited, Erlaubnis seit 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022.
- LeoVegas (Leovegas.de) — Inhaberin LVSports Limited, Erlaubnis seit 21.10.2024.
- Sportwetten.de — Inhaberin NetX Betting Limited, Erlaubnis seit 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022.
- bet-at-home (Bet-at-home.de) — Inhaberin Bet-at-home.com Internet Limited, Erlaubnis seit 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022.
- Tipwin (Tipwin.de) — Inhaberin Tipwin Limited, Erlaubnis seit 09.10.2020, weitere Folgeerlaubnisse 27.12.2022 und 09.01.2024.
- Winamax (Winamax.de) — Inhaberin WINAMAX (Société anonyme), Erlaubnis seit 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022.
- Betano (Betano.de) — Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, Erlaubnis seit 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022.
- VBet (Vbet.de) — Inhaberin SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, Erlaubnis seit 05.12.2023.
- Betway (Betway.de) — Inhaberin Betway Limited, Erlaubnis seit 09.03.2021, Folgeerlaubnis 23.12.2022.
- NEO.bet — Inhaberin Greenvest Betting Limited, Erlaubnis seit 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022.
Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz ist in Deutschland kein Ersatz für eine GGL-Erlaubnis und vermittelt keinen Zugang zu OASIS oder LUGAS. Anbieter ohne Whitelist-Eintrag sind unerlaubtes Glücksspiel im Sinne von § 4 Abs. 1 GlüStV; die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor der Teilnahme an solchen Angeboten gewarnt.
Was Offshore-Anbieter nicht leisten
Anbieter ohne deutsche Erlaubnis unterliegen weder dem Sperrsystem OASIS noch der Limitdatei LUGAS, weder dem 1.000-€-Standardlimit noch den Einschränkungen der Live-Märkte. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Rechtsweg; eine Malta-Lizenz entfaltet in Deutschland keine Wirkung. Die Werbung solcher Anbieter ist nach § 5 Abs. 7 GlüStV ohnehin nur lizenzierten Veranstaltern erlaubt, wer sie im Fernsehen oder auf Social Media sieht, hat es mit einer Rechtsverletzung zu tun. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem EuGH die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit solcher Verträge entgegensteht; der Generalanwalt am EuGH hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rs. C-530/24) für grundsätzlich möglich gehalten, dass Spielende verlorene Einsätze von Anbietern ohne Erlaubnis zurückfordern können — zugesicherte Duldung durch die Aufsicht als Ausnahme. Kein Spielender hat einen Anspruch auf Rückzahlung; jedes Verfahren steht für sich.

Wettmärkte, die der GGL-Rahmen einschließt
Was darf überhaupt gewettet werden? § 21 Abs. 1 GlüStV lässt feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Vorfälle im Ereignis zu, einzeln oder in Kombination. Nur was die GGL im Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 erlaubt hat, darf angeboten werden. Live-Wetten nach § 21 Abs. 4 sind während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf seltene Vorfälle erlaubt — nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein.
Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis gilt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich), auf manipulationsanfällige Vorfälle sowie auf Regelverstöße und ihre Sanktionierung. Soziale oder politische Ereignisse sind ebenso kein zulässiger Wettgegenstand wie Esports: Die GGL erkennt Esports nicht als Sport an, weshalb keine lizenzierte Esports-Wette in Deutschland existiert. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses, eine gesetzliche Höchstgrenze für den Einsatz pro Wette existiert nicht.
Spielerschutz: was die Erlaubnis garantiert und was sie kostet
Die deutsche Erlaubnis ist ein Bündel aus Spielerschutzregeln, die den Markt verengen, aber die Sicherheit der Spielenden erhöhen. Wer bei einem Whitelist-Anbieter spielt, bekommt ein System, das die meisten Offshore-Buchmacher nicht mitliefern.

Ab 18 Jahren darf in Deutschland gewettet werden, vollendet nach § 4 Abs. 3 GlüStV. Pro Anbieter ist nur ein Konto erlaubt (§ 6a GlüStV); eine vollständige Verifizierung ist Voraussetzung für Auszahlungen. Bevor die Verifizierung abgeschlossen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer ohne Verifizierung weiter spielen will, kommt nirgends an.
Das Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg
Das zentrale Instrument ist die Limitdatei LUGAS nach § 6c Abs. 1 GlüStV: Standard sind 1.000 € Einzahlung pro Kalendermonat, summiert über alle lizenzierten Anbieter. Das Limit wird zentral gespeichert; jeder Anbieter sieht den verbrauchten Betrag und blockiert weitere Einzahlungen, sobald die Grenze erreicht ist.
Wen das zu streng trifft, der hat eine Möglichkeit: Wer wirtschaftlich dazu in der Lage ist, kann bei einem Anbieter ein höheres Limit beantragen — bis 10.000 €, in Ausnahmefällen bis 30.000 €. Der Anbieter braucht einen Nachweis, eine Selbstauskunft reicht nicht; mindestens 0,1 % der aktiven Spielenden dürfen so ein höheres Limit nutzen. Eine Senkung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen. Die Spielsuchtprävention ist in Deutschland also keine leere Phrase, sondern ein System mit Aktenzeichen.
OASIS und das parallele Spielverbot
Wer sich selbst sperren lässt — oder gerichtlich gesperrt wird —, taucht im Sperrsystem OASIS auf (§§ 8, 8a GlüStV). Jeder lizenzierte Anbieter prüft die Datei bei Registrierung und Login. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn die Person eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Während dieser Zeit ist kein neues Konto bei einem anderen lizenzierten Anbieter erlaubt; wer das versucht, fällt auf. Eine Aktivitätsdatei stellt sicher, dass kein paralleles Spielen bei mehreren Anbietern stattfindet (§ 6h GlüStV). Der Panik-Button nach § 6i Abs. 3 sperrt das Konto sofort für 24 Stunden.
Zahlungen nur auf eigenen Namen
Wer bei einem lizenzierten Anbieter einzahlt, nutzt ein Zahlungsmittel, das auf den eigenen Namen lautet und von einem Institut ausgegeben ist, das dem Geldwäschegesetz unterliegt (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt — Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte sind damit bei lizenzierten Anbietern außen vor. Welche konkreten Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, steht in dessen Zahlungsliste; Sportwetten.de etwa führt Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa/Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash auf, mit 10,00 € Mindestbetrag bei Trustly, Skrill und Aircash, und untersagt Einzahlungen über Dritte.
Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Restguthaben innerhalb von fünf Werktagen ausgezahlt, ohne Gebühr (§ 6b Abs. 6–7 GlüStV). Wer Betway nutzt, sieht die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den Spielen und dem Wettsystem — das macht die Weitergabe sichtbar.
Werbegrenzen, die das Marketing formen
Werbung für Sportwetten unterliegt keinen 6:00-bis-21:00-Bannzeiten; diese gelten nach § 5 Abs. 3 Satz 1 GlüStV nur für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele. Sportwetten-Werbung darf aber nicht unmittelbar vor oder während einer Live-Übertragung des Ereignisses auf demselben Kanal erscheinen, keine aktiven Sportler oder Funktionäre zeigen, und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz vorsehen (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Boni selbst kennt das GlüStV nicht — Höhe, Umsatz und Mindestquoten kommen aus den AGB jedes Anbieters.
Der Vollständigkeit halber: Wer sich Sorgen um die eigene Spielweise macht, findet bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kostenlose Anlaufstellen. Die Suchtprävention ist eine eigene Infrastruktur; die steuerliche Frage gehört nicht dazu.
Steuereinnahmen aus Sportwetten im Überblick
Das Statistische Bundesamt weist die Einnahmen aus der Sportwettensteuer seit 2012 separat aus. Die Größenordnung: 2023 flossen 409 Millionen Euro aus Sportwetten an den Fiskus, ein Rückgang um 5,2 % gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor, 2013, waren es 189 Millionen Euro; die Einnahmen 2023 lagen damit 116,8 % über dem Niveau von 2013. Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel in Deutschland beliefen sich 2023 auf rund 2,48 Milliarden Euro (minus 3,6 % gegenüber dem Vorjahr); die Lotteriesteuer machte davon rund 1,77 Milliarden Euro aus, also 71 % des Gesamtpostens.
Wer diese Zahlen liest, sollte im Kopf behalten: Eine wachsende oder schrumpfende Quote sagt nichts über die Frage, wer die Steuer trägt — sie zeigt nur, wie viel Bruttoeinsatz im lizenzierten Markt überhaupt anfällt. Die Aufteilung zwischen Anbieter und Staat bleibt konstant 5,3 %.
Die Rangliste: zehn Anbieter und ihre Wettsteuer
Welche zehn Anbieter in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis besitzen, zeigt die folgende Übersicht. Die Spalten folgen dem Stand der Whitelist vom 2. Oktober 2026.

| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Sportingbet | Whitelist-Eintrag für Sportingbet.de, Inhaberin Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| LeoVegas | Whitelist-Eintrag für Leovegas.de, Inhaberin LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Sportwetten.de | Whitelist-Eintrag für Sportwetten.de, Inhaberin NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| bet-at-home | Whitelist-Eintrag für Bet-at-home.de, Inhaberin Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| Tipwin | Whitelist-Eintrag für Tipwin.de, Inhaberin Tipwin Limited | 09.10.2020 |
| Winamax | Whitelist-Eintrag für Winamax.de, Inhaberin WINAMAX (Société anonyme) | 29.06.2021 |
| Betano | Whitelist-Eintrag für Betano.de, Inhaberin Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| VBet | Whitelist-Eintrag für Vbet.de, Inhaberin SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Betway | Whitelist-Eintrag für Betway.de, Inhaberin Betway Limited | 09.03.2021 |
| NEO.bet | Whitelist-Eintrag für NEO.bet, Inhaberin Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
Die Tabelle zeigt, wer wann die Erlaubnis bekommen hat. Was sie nicht zeigt: wie die zehn Anbieter die Steuer tatsächlich weitergeben — das kommt im nächsten Abschnitt.
Wie die zehn Anbieter die Wettsteuer behandeln
Die Übersicht beantwortet, wo die Steuer sitzt: am Einsatz, an der Quote oder am Gewinn. Wer die Wahl hat, sollte wissen, was jede Variante kostet.
Sportingbet zieht nach den eigenen Wettregeln eine Steuer von 5 % des Wetteinsatzes ab; bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen zusätzlich 5 % des Bruttogewinns ein. Beide Abzüge mindern sowohl den maximalen Verlust als auch den tatsächlichen Gewinn; die wettende Person sieht zwei Kürzungen.
LeoVegas ist seit dem 21.10.2024 auf der Whitelist; ob und wie die Wettsteuer weitergegeben wird, legen die Wettregeln fest. Vor dem ersten Tipp empfiehlt sich ein Blick in die AGB auf der Anbieter-Website.
Sportwetten.de ist als Anbieter gelistet; ob und in welcher Form die Wettsteuer weitergegeben wird, hängt von der jeweiligen Wette ab — die Anbieter-AGB geben dazu den verbindlichen Stand wieder.
bet-at-home ist seit dem 02.11.2020 auf der Whitelist; die Art der Steuerweitergabe ist in den aktuellen Wettregeln des Anbieters einsehbar. Vor Annahme einer Wette lohnt ein kurzer Check der AGB.
Tipwin übernimmt nach eigenen Angaben die Steuerkosten vollständig, sowohl bei Ein- als auch bei Auszahlungen — der Betrag wird dem Kundenkonto voll gutgeschrieben, Gebühren für Ein- und Auszahlungen werden im FAQ-Bereich nicht genannt.
Winamax bewirbt „0 % Wettsteuer“ und stützt das auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen April und August 2025, in der Winamax bei 45 % der untersuchten Quoten auf Platz eins lag — der Vorteil speist sich aus den Quoten selbst, nicht aus einem Verzicht auf Weitergabe.
Betano ist seit dem 19.02.2021 Whitelist-gelistet; zur konkreten Weitergabe der Wettsteuer informieren die Wettregeln des Anbieters. Vor dem ersten Tipp steht die Lektüre dieser Bestimmungen.
VBet wird von der SCGO Limited mit Sitz in St. Julian’s, Malta, betrieben und führt seit dem 05.12.2023 eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis. Die genaue Handhabung der Steuer legen die Wettregeln des Hauses fest.
Betway weist die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten aus, neben den ausgewählten Spielen und dem Wettsystem — eine Offenlegung, die bei den anderen Anbietern teils fehlt. Die Zahlung per Skrill ist mit 5 € Mindesteinzahlung und 10 € Mindestauszahlung gebührenfrei, Auszahlungen werden in der Regel innerhalb von 24 Stunden freigegeben; Einzahlungen per Skrill qualifizieren nicht für den Einzahlungsbonus, sondern nur für die Willkommens-Freiwette.
NEO.bet ist seit dem 09.10.2020 Whitelist-gelistet. Wie das Haus die Steuer weitergibt, ist in den Wettregeln des Anbieters geregelt.
Interwetten trägt die Steuer nach den eigenen AGB; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen und im Gewinnfall die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 % reduziert (Cash-Out-Gewinne ausgenommen), vom Einsatz selbst wird nichts abgezogen. Zusätzlich gilt: Wetten mit einer Quote unter 1,10 sind nicht als Einzelwette möglich, niedrigere Quoten müssen als Kombi- oder Systemwette gespielt werden.
Wettarena weist nach den spielrelevanten Informationen neben dem Wetteinsatz die Steuer von 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer gesondert aus; weitere Kosten entstehen nicht. Wer hier spielt, sieht die Steuer explizit — genauso, wie das Finanzamt sie sehen will.
ODDSET belegt nach eigenen Angaben weder den Einsatz noch den Gewinn mit einem Steuerabzug; Gewinne werden auf den kompletten Einsatz ohne Abzug ausgezahlt. ODDSET gehört zu den Anbietern, die die Steuer vollständig tragen.
Fazit zu den zehn Anbietern
Für die Wahl unter den zehn Anbietern heißt das: Wer nicht jedes Mal den Wettschein prüfen will, dem die Steuer als Posten mitgegeben wird, ist bei Tipwin, Winamax oder ODDSET richtig — dort ist die Werbung Programm. Wer mit niedrigen Quoten spielt und auf die Quote schaut, für den rechnet sich Interwetten trotz Quotenabschlag, solange die Quote selbst wettbewerbsfähig bleibt. Wer hohe Quoten und ein breites Wettprogramm kombiniert haben will, sollte Wettarena prüfen, wo die Steuer extra ausgewiesen wird und damit transparent auf dem Wettschein erscheint. Sportingbet ist der einzige Anbieter im Test, der zweimal kürzt: einmal am Einsatz und einmal am Gewinn — was bei kleineren Wetten den Effekt verstärkt.
Häufige Fragen
Ist mein Wettgewinn wirklich steuerfrei?
Wettgewinne aus privater Spielkapitalanlage fallen in Deutschland nicht unter die Einkommensteuer, solange keine gewerbliche Tätigkeit vorliegt. Die Sportwettensteuer ist eine eigene Steuer, die der Veranstalter schuldet; sie mindert den Gewinn, geht aber nicht an das Finanzamt der spielenden Person. Wer das anders sieht, hat es möglicherweise mit Werbung verwechselt: „0 % Wettsteuer“ bezieht sich auf die Steuer des Anbieters, nicht auf die Einkommensteuer.
Wer schuldet die Sportwettensteuer — der Anbieter oder ich?
Die Steuer schuldet der Anbieter. § 19 RennwLottG regelt das eindeutig: Steuerschuldner ist der Veranstalter der Wette. Ob und wie sie an die Spielenden weitergegeben wird, ist eine unternehmerische Entscheidung, die in den Wettregeln oder AGB des jeweiligen Anbieters steht. Wer das Pauschal-Argument „Wetten ist in Deutschland immer steuerfrei“ hört, sollte nachfragen, an welcher Stelle der Anbieter die Steuer kassiert.
Wie unterscheiden sich Abzug vom Einsatz, Quotenabschlag und Abzug vom Gewinn?
Am Einsatz heißt: Wer 100 € einzahlen will, überweist nur 94,97 € oder gibt einen 5 €-Schein ab, der dann 94,97 € wert ist. Am Quotenabschlag heißt: Die angebotene Quote sinkt um 5,3 %; bei einer Normalquote von 2,00 werden 1,894 angeboten, der Einsatz bleibt voll. Am Gewinn heißt: Im Gewinnfall werden 5,3 % vom Auszahlungsbetrag abgezogen; bei 2,00 und 100 € Einsatz werden statt 200 € nur noch 189,94 € ausgezahlt. Jede Variante hat einen eigenen Charakter: Am Einsatz trifft sie auch Verlierer, am Quotenabschlag nur die Quote, am Gewinn nur Gewinner.
Was bedeutet „0 % Wettsteuer“ konkret für meine Auszahlung?
Der Anbieter trägt die Steuer selbst, der Auszahlungsbetrag bleibt im Gewinnfall ungekürzt. Winamax bewirbt das so. Daraus folgt aber nicht, dass die Quote auf jedem Markt die beste ist — der reale Vorteil misst sich am Quotenschlüssel, nicht an der Steuerlast. Die Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen, auf die Winamax verweist, zeigt immerhin, dass das Haus bei knapp der Hälfte der untersuchten Spiele tatsächlich vorne lag.
Wie rechne ich Einsatz und Quote zusammen, wenn der Anbieter die Steuer weitergibt?
Die Auszahlung im Gewinnfall ergibt sich aus Einsatz × Auszahlungsquote. Bei 100 € Einsatz und einer angenommenen Auszahlungsquote von 2,00 macht das 200 € Brutto-Rücklauf. Wer einen Anbieter nutzt, der 5,3 % der Steuerquote weitergibt, bekommt davon 5,03 % abgezogen — der Grund liegt in der Bemessungsgrundlage: Die Steuer berechnet sich auf den Einsatz netto der Steuer (5,3 / 105,3 ≈ 5,03 %). Übrig bleiben rund 189,94 €. Die Aufteilung in „5,3 %“ und „5,03 %“ kommt daher, dass die Bemessungsgrundlage selbst schon die Steuer herausrechnet.
Woran erkenne ich auf der Whitelist, ob ein Anbieter in Deutschland erlaubt ist?
Die Whitelist wird von der GGL geführt; sie ist unter glücksspiel-behoerde.de abrufbar. Sie führt nur Domains, die eine Erlaubnis haben; eine .de-Domain allein reicht nicht, der Eintrag entscheidet. Wer eine Domain dort nicht findet, hat keine deutsche Erlaubnis, und die GGL warnt ausdrücklich vor solchen Angeboten. Bei der Prüfung gilt: Datum der Ersterlaubnis und Folgeerlaubnis beachten, das Enddatum fehlt absichtlich, und Inhaber können sitzen, wo sie wollen — entscheidend ist, dass die Domain in der Liste steht.
Erstellt von der Redaktion von „Wettsteuerinfo”.
